Meine Leidenschaft für tierärztliche Verhaltensmedizin
Warum ich das mache
Mein Weg zur Verhaltensmedizin begann nicht mit einem fertigen Plan, sondern mit vielen Tieren, die mir gezeigt haben, wie viel Verhalten erzählen kann.
Nach ersten Studienjahren in der Biologie habe ich eine Ausbildung als Tierpflegerin im Bereich Tierheim- und Pensionstierpflege begonnen. In dieser Zeit habe ich vor allem von den Hunden gelernt – sie waren meine ehrlichsten und wichtigsten Lehrer. Später arbeitete ich viel in Tierheimen und auf Gnadenhöfen. Dort begegnete ich Tieren mit körperlichen Beschwerden, aber auch mit Angst, Stress, Unsicherheit, Frustration und seelischem Leid. Oft zeigte sich dieses innere Leiden in Verhalten, das für Menschen schwer zu verstehen war.
Gerade diese Tiere haben mich geprägt. Denn wenn man einem Tier helfen konnte, wieder mehr Vertrauen zu fassen, zur Ruhe zu kommen oder den passenden Menschen für es zu finden, war das etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig wurde mir immer klarer: Körper und Psyche lassen sich nicht voneinander trennen. Schmerz, Krankheit, Stress, Angst und Verhalten beeinflussen sich gegenseitig – und sollten deshalb nie isoliert betrachtet werden.
Aus dieser Erfahrung entstand mein Wunsch, Tiermedizin zu studieren. Während meines Studiums an der LMU München arbeitete ich weiter als Tierpflegerin und versuchte immer, das Pflegerische mit dem Medizinischen zu verbinden. Denn nur wenn wir Verhalten verstehen, können wir auch medizinisch genauer hinschauen. Manchmal steckt hinter einem medizinischen Problem ein psychischer Anteil. Und manchmal zeigt sich seelisches Leid über den Körper.
Auch die Großtiermedizin wurde für mich ein wichtiger Teil dieses Weges. Durch meine Arbeit auf Gnadenhöfen hatte ich schon früh Zugang zu sogenannten Nutztieren und ihrem Verhalten. Für mich war und ist Tierschutz nicht nur ein Thema bei Hunden und Katzen. Auch Großtiere verdienen einen genauen, respektvollen und mitfühlenden Blick – gerade dort, wo ihr Verhalten und ihr Leiden oft weniger gesehen werden.
Später arbeitete ich neben der Großtierpraxis auch in der Kleintierpraxis und schließlich in der Tierklinik Altheim, wo ich seit einigen Jahren als Stationsärztin tätig bin. Besonders auf Station zeigt sich, wie wichtig es ist, psychische Belastung zu erkennen. Ein Tier ist nicht nur ein Befund, ein Laborwert oder eine Diagnose. Es ist ein Lebewesen, das Angst haben kann, überfordert sein kann, Schmerzen haben kann und dessen Verhalten uns oft wichtige Hinweise gibt.
Immer wieder begegneten mir Fälle, bei denen hinter dem sichtbaren Problem mehr steckte: Angst, Missverständnisse, Schmerzen, fehlende Sicherheit, falsche Kommunikation oder ein Tier, das schlicht nicht mehr gut zurechtkam. Genau daraus entstand mein Wunsch, mich intensiver mit Verhaltensmedizin zu beschäftigen und diesen Bereich schließlich mit VetVerhalten eigenständig anzubieten.
Ich möchte Tieren und ihren Menschen einen Ort geben, an dem nicht vorschnell bewertet wird. Auch bei auffälligen Hunden, behördlichen Fragestellungen oder Maulkorb- und Leinenbefreiungen geht es mir um einen fairen, neutralen und unvoreingenommenen Blick. Kein Hund sollte nur aufgrund seiner Rasse oder eines einzelnen Ereignisses abgestempelt werden. Entscheidend ist, das Verhalten im Zusammenhang zu verstehen: Warum ist etwas passiert? Welche Faktoren spielen mit? Wie wahrscheinlich ist es, dass es wieder passiert? Und was braucht dieses Tier, damit mehr Sicherheit entstehen kann?
VetVerhalten ist deshalb bewusst keine klassische Tierarztpraxis im üblichen Sinn. Viele Tiere verändern schon ihr Verhalten, wenn sie nur merken: „Es geht zum Tierarzt.“ Genau deshalb wollte ich einen Rahmen schaffen, der ruhiger, gemütlicher und weniger klinisch wirkt. Einen Ort, an dem Verhalten möglichst natürlich beobachtet werden kann und an dem Tiere nicht noch mehr Druck erleben.
Ich suche nicht nach Schuld. Ich suche nach Ursachen.
Denn erst wenn wir verstehen, warum ein Tier tut, was es tut, können wir fair entscheiden, was ihm hilft: medizinisch, emotional und im gemeinsamen Alltag mit seinen Menschen.
Darf ich uns vorstellen?
Ich bin Sandra Kaiser-Wilde, Tierärztin mit Schwerpunkt Verhaltensmedizin für Hunde und Katzen. Unterstützt werde ich von Buddy und Hazel – meinem hochmotivierten Team und meinen täglichen Erinnerungen daran, wie viel Verhalten erzählen kann.

Auszug aus meinem Werdegang
- 1998–2001: Studium der Biologie in Greifswald
- 2001–2004: Ausbildung zur Tierpflegerin im Bereich Tierheim- und Pensionstierpflege
- seit 2004: Tätigkeit in Österreich als Tierpflegerin in verschiedenen Tierheimen und auf Gnadenhöfen
- 2008–2015: Studium der Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München
- 2014–2017: Tätigkeit in der Großtierpraxis
- 2016–2021: zusätzliche Tätigkeit in einer Kleintierpraxis
- seit 2021: Tierärztin in der Tierklinik Altheim
- seit 2023: Stationsärztin in der Tierklinik Altheim
- seit 2024: ÖTK-zertifizierte Verhaltensmedizinerin für Hunde
- seit 2026: eigene Praxis für tierärztliche Verhaltensmedizin
Ergänzend dazu habe ich verschiedene Fort- und Weiterbildungen im Bereich der tierärztlichen Verhaltensmedizin absolviert. Mein Fokus liegt dabei auf dem besseren Verständnis von Verhalten, möglichen medizinischen Ursachen und individuellen Therapieansätzen für Hund und Katze.
